Lateinschüler besuchen Antigone-Inszenierung am Residenztheater

„Gewaltig ist viel. Doch nichts ist gewaltiger als der Mensch.“ So urteilt die Frau aus Theben, die in der Inszenierung des Residenztheaters den Chor aus der klassischen Vorlage ersetzt, über die Anordnung von König Kreon, seinen eigenen Neffen Polyneikes als Staatsfeind nicht bestatten zu dürfen. Dessen Schwester Antigone zieht es jedoch vor, die göttlichen Gesetze – die zur Bestattung und damit zur Totenruhe veranlassen – über die staatlichen Anordnungen zu stellen, was wiederum dem neuen Herrscher Kreon nicht gefällt. Der Streit der beiden endet mit der lebendigen Einmauerung Antigones und dem scheinbaren Sieg Kreons und seiner staatlichen Macht, der sich jedoch durch den Selbstmord seines eigenen Sohnes, der mit Antigone verlobt war, und seiner Ehefrau als Niederlage entpuppt.

 

Nach einem vorbereitenden Workshop ließen sich 55 Lateinschüler der 8. Klasse auf das Abenteuer einer modernen Inszenierung einer klassischen Tragödie ein, die sie am 29. Januar in München besuchten. Aufregend war der Ausflug, ungewohnt die Sprache der Schauspieler, beeindruckend deren Darbietung.

F. Huber


Schülerstimmen:

„Gut gefallen hat mir, dass ich die Schauspieler akustisch gut verstanden und den Text aus dem Workshop wiedererkannt habe.“
„Ich mag die griechischen Geschichten gern, darum fand ich´s interessant.“
„Haemon, die Frau von Theben und Kreon fand ich am besten.“
„Die Schauspieler haben den Inhalt ,real‘ rübergebracht.“

„Sehr gut fand ich, dass wir zuvor einen Workshop hatten. Ich habe sogar meine Szene im Theater wiedergefunden.“

„Mir hat nicht so gut gefallen, dass die Figuren ,Theater-Deutsch‘ gesprochen haben; deshalb war es gewöhnungsbedürftig.“
„Mir hat nicht gefallen, dass manche Szenen und Darsteller etwas übertrieben haben.“
„Mir hat auch nicht gefallen, dass Antigone etwas ,verrückt‘ gespielt hat.“

Das Bühnenbild war etwas langweilig.“

Am Ende sterben (fast) alle aus der Familie, weil jeder an die Macht will bzw. Streit wegen Macht herrscht; Familien driften auseinander. Manchmal sollte man auf Weissagungen oder Ratschläge hören und nicht immer denken, dass man alles besser weiß.“
Ich denke, ich werde mich an die dramatischen Szenen von Antigone erinnern. Den ersten Auftritt von dem Wächter fand ich sehr interessant. Ich finde, es hat sich gelohnt, da hinzugehen.“

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